Ein Stadturlaub in Lissabon ist ja an und für sich eine ziemlich ausfüllende Angelegenheit. Die Stadt selbst bietet schließlich 1001 Dinge, die besichtigt, ausprobiert und genossen werden können. Doch Portugal ist groß und auch hinter den Grenzen der Hauptstadt ein wunderschönes Land. Wenn Ihr also mal raus wollt und wirklich tief in die Geschichte Portugals blicken möchtet, lohnt sich ein kleiner Ausflug nach Obidos!

Architektonische Zeitreise … mit Touristen!

Laut Ausgrabungen besteht das Städtchen Obidos schon seit der Jugendzeit. Dann ließen sich dort die Römer nieder, dann die Westgoten und um 700 n. Chr. pfriemelten die Mauren noch ein wenig an dem Städtchen herum. 1148 eroberte dann König Alfons I. Obidos für Portugal zurück und so begann die Blütezeit dieser malerischen Siedlung (alles laut Wikipedia …). Richtigen Auftrieb bekam Obidos dann als Hochzeitsgeschenk von König Alfons II. an seine Frau. Ein Brauch, der sich auch noch mehrere Königs-Generationen lang fortsetzte und der bewirkte, dass das kleine Städtchen immer auf Hochglanz poliert war.

Heute ist noch ganz viel dieses Charmes und der Schönheit erhalten. Die mächtige Stadtmauer umgibt den historischen Ortskern auf dem Hügel. Kleine Gassen, malerische Häuschen und die über allem thronende Burg lassen fast das Gefühl entstehen, eine Zeitreise gemacht zu haben. Aber eben nur fast, denn je nach Saison und Wetterlage teilt man sich diese Erfahrung mit gefühlten 100.000 anderen Touristen, die invasionsartig über die Ortschaft herfallen.

Trotzdem schön!

Nachdem man unter dem Stadttor (Porta da Vila) die wunderbar erhaltene Fliesenwand bewundert hat, stehen einem praktisch drei Routen zur Verfügung. Man kann sich einfach dem Touristenstrom anschließen und durch die „Hauptgasse“ entlang zahlloser Souvenirshops, Restaurants und weiterer Souvenirshops Richtung Castelo schieben lassen. Es geht aber auch gleich nach dem Eingang rechts entlang der Stadtmauer – deutlich weniger los und man erreicht auch irgendwann die Burg. Oder – für die Aktiven und Wagemutigen unter Euch – hinauf auf die Stadtmauer und das Städtchen quasi von oben besichtigen. (Absolut lohnenswert, aber echt nicht ohne!).

Essen in Obidos …

… ist möglich, aber nicht so der kulinarische Oberhammer. Wir waren jetzt schon zwei Mal dort und waren beide Male nur so halbwegs zufrieden. Die Portionen groß, aber dafür teuer, die Küche typisch Portugiesisch ohne viel Mühe und Schnick-Schnack und das Bier schön gekühlt. Es kann natürlich durchaus sein, dass sich unter den vielen Restaurants in Obidos auch echte Perlen befinden – wir haben sie auf alle Fälle noch nicht entdeckt.

Was aber ein ganz wunderbarer Ort zum Entspannen ist, ist der Garten der „Camera Municipal“ an der Kirche „Igrea de Sao Pedro“. Eine echte Ruhe-Oase in der man auch Getränke und Essen bestellen kann, das wir aber noch nicht probiert haben.

Fazit:

Fahrt mal hin, wenn ihr länger in Lissabon verweilt. Mit dem Auto fährt man circa 1 bis 1,5 Stunden. Man kann sich natürlich auch einer der vielen organisierten Tagestouren von Lissabon aus anschließen und zum Beispiel mit „GetYourGuide“ Fátima, Obidos und die Atlantikküste bewundern.