Bacalhau

Portugiesisches Nationalgericht

Die traurige Geschichte des portugiesischen Nationalgerichts

Bacalhau ist in Portugal nicht nur der am häufigsten verzehrte Fisch (circa 30 Kilo pro Jahr und Person!). Er ist Lebensgefühl. Protagonist uralter Fado-Lieder. Kulinarischer Fixpunkt und in fast jedem Restaurant auf der Speisekarte. Dass der Stockfisch aber schon lange nicht mehr von einheimischen Fischern gefangen wird, sondern inzwischen nur noch für teueres Geld aus Norwegen importiert wird, ist die Kehrseite der Medaille.

Der weltweite Bestand des Kabeljaus nimmt drastisch ab. Wurden im Jahre 1950 noch über 4 Millionen Tonnen der Dorschart aus dem Meer gezogen, waren es 2010 unter einer Millionen Tonnen. Die ehemals großen Vorkommen bei Neufundland und Westgrönland sind wegen Überfischung praktisch nicht mehr zu nutzen. Heute raten Experten sogar dazu, ein Kabeljauverbot auszurufen, um die weltweiten Bestände zu schützen. Ein Alptraum für die Portugiesen!

365 verschiedene Rezepte für Bacalhau … mindestens!

Laut einer alten portugiesischen Redensart gibt es für jeden Tag des Jahres eine unterschiedliche Zubereitungsart für den Bacalhau. Und selbst dies schein eine Untertreibung zu sein. Der Stockfisch ist Hauptbestandteil einer jeden Fischtheke. Was für Nordeuropäer die fette Weihnachtsgans ist, ist für die Portugiesen DAS Gericht zur besinnlichen Jahreszeit. Doch durch die fortlaufende Überfischung sind die Preise für den Bacalhau ordentlich nach oben geschossen. Was damals für jeden erschwinglich war, ist heute eine ziemlich kostspielige Delikatesse geworden.

Ein Lissabon Urlaub ohne Bacalhau zu probieren?

Nein. Wer gerne Fisch ist, sollte sich wenigstens einmal diese Köstlichkeit gönnen. Doch wer den lokalen Fischern nicht das Brot vom Teller (oder den Fisch aus dem Netz) ziehen möchte, sollte sich auf eine weitere Fischspezialität des Landes konzentrieren: die Sardine! Sardinen werden direkt von einheimischen Fischern vor der portugiesischen Küste gefangen, landen 100 % frisch auf den Märkten und schmecken sagenhaft! Ohne viel Schnick-Schnack – gegrillt, mit etwas Meersalz und Zitrone.

In diesem Sinne: Wer gut und günstig in Lissabon Fisch essen möchte, sollte sich in eine kleine Tasca (z.B. die Tasca Alfredo in Alfama) setzen und sich mit frischen Sardinen den Bauch vollhauen. Dem Kabeljau, den portugiesischen Fischern und natürlich sich selbst zu liebe.

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