Azulejos Lissabon

Das Wort „Azulejo“ hat seinen Ursprung im arabischen „Al Zulaij“, was so viel bedeutet wie kleiner, polierter Stein.

Ob an Hauswänden, in Kapellen und Kirchen, an Fassaden von Stadthäusern, an Gartenmauern, in den Metrostationen oder auch als Dekoration von Innenwänden – die bemalten Keramikkacheln – Azulejos – kann man auf dem portugiesischen Festland , aber auch auf den Azoren und Madeira, an vielen Orten entdecken.

Oft sind sie blau, aber auch in anderen farben bemalt, mit den unterschiedlichsten Motiven wie Blumen, Bäumen, Schiffen, menschlichen Figuren, Vögeln, orientalischen Ornamenten, idyllischen Landschaften, Darstellungen der Weinlese, griechischen Göttern oder biblischen Geschichten.

Woher kommt diese Kunst? Nach Europa kamen die Azulejos durch die Mauren, die im Mittelalter weite Teile der iberischen Halbinsel besetzten. So wurden die Azulejos zu dieser Zeit vor allem in Andalusien hergestellt und zur Dekoration der spanischen Paläste genutzt. Ende des 15. Jahrhunderts reiste der portugiesische König Dom Manuel I nach Spanien und war so beeindruckt von der kunstvollen Wandverkleidung, dass er in seiner Residenz, im Palácio Nacional de Sintra, Azulejos anbringen ließ. So kamen die Azulejos nach Portugal, das heute zu den Hauptproduzenten gehört.

Auszug aus dem Buch: Jeden Tag ein bisschen Portugiesisch